Jeder Begriff, der dir in einem Geburtshoroskop begegnet, in wenigen Sätzen erklärt.
A
Absteigender Mondknoten
Der absteigende Mondknoten ist einer der beiden Punkte, an denen die Bahn des Mondes die Bahn der Sonne kreuzt, und liegt dem aufsteigenden Mondknoten immer genau gegenüber. Er ist ein berechneter Punkt, kein Himmelskörper, und heißt auch Südknoten. Astrologen lesen ihn als das Vertraute: Fähigkeiten und Reaktionen, die ohne Nachdenken kommen, und die Gewohnheit, in die du rutschst, wenn es schwierig wird. Die Mondknoten wandern in etwa 18,6 Jahren rückwärts durch den Tierkreis, rund anderthalb Jahre pro Zeichen.
Achsen im Horoskop sind zwei Linien, die vier Punkte verbinden: den Aszendenten mit dem Deszendenten und das Medium Coeli (MC) mit dem IC. An diesen vier Achsenpunkten beginnen in den meisten Häusersystemen das 1., 7., 10. und 4. Haus. Sie gelten als die empfindlichsten Punkte eines Geburtshoroskops, und Planeten in ihrer Nähe werden als besonders auffällig gelesen. Ohne genaue Geburtszeit und Geburtsort lassen sich die Achsen nicht bestimmen.
Ein Aspekt ist der Winkel zwischen zwei Punkten im Geburtshoroskop, gemessen in Grad entlang des Tierkreises. Die fünf Hauptaspekte sind Konjunktion (0°), Sextil (60°), Quadrat (90°), Trigon (120°) und Opposition (180°). Astrologen lesen einen Aspekt als die Art, wie zwei Planeten zusammenarbeiten: Sextil und Trigon gelten als leicht, Quadrat und Opposition als spannungsreich, die Konjunktion als Verschmelzung. Spannung heißt dabei nicht schlecht: Sie wird als Reibung gelesen, die etwas in Bewegung bringt.
Astrologie ist eine symbolische Sprache, die den Stand von Sonne, Mond und Planeten zu einem bestimmten Moment als Bild für Charakter und Zeitqualität liest. Sie ist keine Wissenschaft und nicht bewiesen; die Wissenschaft vom Himmel ist die Astronomie. Die westliche Astrologie arbeitet mit dem tropischen Tierkreis, zwölf Zeichen, zwölf Häusern und den Winkeln zwischen den Planeten. Gut genutzt ist sie ein Werkzeug zur Selbstreflexion: Sie beschreibt Tendenzen und sagt keine Ereignisse voraus.
Der Aszendent ist das Tierkreiszeichen, das im Moment deiner Geburt am Osthorizont aufging. Er markiert den Beginn des ersten Hauses und wechselt etwa alle zwei Stunden das Zeichen. Deshalb lässt er sich nur mit Geburtszeit und Geburtsort bestimmen. Astrologen lesen ihn als deine Art, auf die Welt zuzugehen: der erste Eindruck, dein Auftreten und die Weise, wie du Dinge anfängst.
Der aufsteigende Mondknoten ist der Punkt, an dem die Mondbahn die Ekliptik, also die Sonnenbahn, in Richtung Norden kreuzt. Er ist ein Punkt im Raum, kein Planet, und genau gegenüber liegt der absteigende Mondknoten. Die Knoten wandern rückwärts durch den Tierkreis und brauchen für eine Runde etwa 18,6 Jahre. Astrologen lesen den aufsteigenden Knoten als Richtung, in der du wächst, den absteigenden als das, was dir schon leichtfällt: eine Deutungstradition, keine Aussage über dein Schicksal.
Äußere Planeten sind Uranus, Neptun und Pluto, die drei langsamsten Planeten der Astrologie. Uranus bleibt etwa sieben Jahre in einem Zeichen, Neptun etwa 14, Pluto zwischen etwa 12 und mehr als 30 Jahren. Du teilst ihre Zeichen mit allen, die innerhalb weniger Jahre geboren wurden, deshalb heißen sie auch Generationsplaneten. Ihre Zeichen werden als Themen einer Altersgruppe gelesen. Persönlich werden sie durch das Haus, in dem sie stehen, und dafür braucht es die Geburtszeit.
Chiron ist ein kleiner Himmelskörper, der zwischen Saturn und Uranus um die Sonne kreist und für eine Runde etwa 50 Jahre braucht. Im Geburtshoroskop wird er als empfindliche Stelle gelesen: ein Bereich, in dem du dich unsicherer fühlst und in dem mit der Zeit eine besondere Stärke wachsen kann. Sein Zeichen teilst du mit Menschen, die um dieselbe Zeit geboren sind, sein Haus ist persönlich und braucht die Geburtszeit. Chiron beschreibt eine Neigung, keine Diagnose.
Das Composit-Horoskop ist ein einzelnes Horoskop, das aus den Mittelpunkten zweier Geburtshoroskope errechnet wird: für jeden Planeten der Punkt genau zwischen deiner Position und der deines Partners. Astrologen lesen es als Bild der Beziehung selbst, also wie ihr zusammen seid, im Unterschied dazu, wie jeder für sich ist. Es beschreibt Tendenzen und fällt kein Urteil. Für Aszendent und Häuser braucht es beide Geburtszeiten.
Eine Dekade ist einer von drei gleich großen Abschnitten eines Tierkreiszeichens, jeder zehn Grad breit. Weil jedes Zeichen 30 Grad umfasst, deckt die erste Dekade die frühen Grade ab, die zweite die mittleren und die dritte die späten. Manche Astrologen ordnen jeder Dekade einen eigenen Nebenherrscher zu und lesen sie als feinere Schattierung des Zeichens. So lässt sich beschreiben, warum zwei Menschen mit demselben Sternzeichen recht verschieden sein können.
Der Deszendent ist der Punkt des Tierkreises, der im Moment deiner Geburt am Westhorizont unterging. Er liegt dem Aszendenten genau gegenüber und markiert den Beginn des siebten Hauses, des Hauses der Partnerschaft. Astrologen lesen sein Zeichen als die Eigenschaften, die du bei anderen Menschen suchst, vor allem in engen Zweierbeziehungen. Bestimmen lässt er sich nur mit Geburtszeit und Geburtsort.
Ein dominanter Planet ist der Planet, der in einem Geburtshoroskop das größte Gewicht hat. Astrologen finden ihn, indem sie mehrere Hinweise abwägen: einen Planeten nah an einem der vier Eckpunkte, den Herrscher des Aszendenten, einen Planeten mit vielen Aspekten oder einen im eigenen Zeichen. Eine einzige offizielle Formel gibt es nicht, deshalb können zwei Quellen verschiedene Planeten nennen. Für die ersten beiden Hinweise braucht es die Geburtszeit. Seine Themen werden als Akzent des ganzen Horoskops gelesen.
Die Ekliptik ist die Bahn, auf der die Sonne von der Erde aus gesehen im Lauf eines Jahres über den Himmel zieht. Entlang dieser Linie liegt der Tierkreis: ein Kreis von 360 Grad, geteilt in zwölf Zeichen zu je 30 Grad. Jede Position in einem Geburtshoroskop wird auf ihr gemessen. Die Mondbahn kreuzt die Ekliptik an zwei Punkten, den Mondknoten, und in ihrer Nähe entstehen Finsternisse.
Ein Element ist eine von vier Gruppen, in die die Astrologie die zwölf Zeichen einteilt: Feuer, Erde, Luft und Wasser, mit je drei Zeichen. Feuer (Widder, Löwe, Schütze) steht für Antrieb, Erde (Stier, Jungfrau, Steinbock) für das Praktische, Luft (Zwillinge, Waage, Wassermann) für Denken und Austausch, Wasser (Krebs, Skorpion, Fische) für das Fühlen. Astrologen zählen die Planeten je Element, um das Gleichgewicht eines Horoskops zu beschreiben, als Tendenz und nicht als Urteil.
Eine Ephemeride ist eine Tabelle, die für jeden Tag die Positionen von Sonne, Mond und Planeten im Tierkreis angibt. Astrologen schlagen darin nach, wo ein Planet an einem Geburtstag stand, wann er das Zeichen wechselt und wann er rückläufig wird. Die Positionen stammen aus astronomischer Berechnung und sind für alle gleich, erst ihre Deutung ist Astrologie. Heute liefert meist ein berechnetes Horoskop diese Werte, die gedruckte Tabelle braucht kaum noch jemand.
Erdzeichen sind die drei Tierkreiszeichen Stier, Jungfrau und Steinbock, die das Element Erde teilen. Astrologen verbinden sie mit einer praktischen, beständigen Art: einem Sinn für das Greifbare, für den Körper und für Arbeit, bei der am Ende etwas dasteht. Jedes zeigt das anders, denn der Stier ist ein fixes Zeichen, die Jungfrau ein veränderliches und der Steinbock ein kardinales. Wie viel Erde ein Mensch hat, zeigt erst das ganze Horoskop, nicht das Sternzeichen allein.
Feuerzeichen sind die drei Tierkreiszeichen Widder, Löwe und Schütze. Feuer ist eines der vier Elemente, neben Erde, Luft und Wasser, und Astrologen verbinden es mit Tatkraft, Begeisterung und Direktheit: Feuerzeichen gelten als schnell im Anfangen und offen in dem, was sie fühlen. Jedes gehört zu einer anderen Qualität: Widder ist kardinal, Löwe fix, Schütze veränderlich. Ein Horoskop mit wenig Feuer gilt nicht als Mangel, sondern als andere Mischung.
Eine Finsternis ist ein Neumond oder Vollmond, der nah an den Mondknoten stattfindet: Bei einer Sonnenfinsternis schiebt sich der Mond vor die Sonne, bei einer Mondfinsternis wandert er durch den Schatten der Erde. Finsternisse kommen etwa alle sechs Monate zu zweit oder zu dritt. Astrologen lesen eine Sonnenfinsternis als starken Neumond, als Zeit für einen Neuanfang, und eine Mondfinsternis als starken Vollmond, bei dem etwas klar wird. Ein Vorzeichen ist sie nicht.
Fixe Zeichen sind die vier Tierkreiszeichen der fixen Qualität: Stier, Löwe, Skorpion und Wassermann. Jedes steht in der Mitte einer Jahreszeit, und Astrologen verbinden sie mit Festhalten, Ausdauer und Treue zu dem, was begonnen wurde. Planeten in fixen Zeichen werden als beständig und beharrlich gelesen, mit der Neigung, sich gegen Veränderung von außen zu sträuben. In jedem Element gibt es ein fixes Zeichen: Erde, Feuer, Wasser und Luft.
Ganzzeichen-Häuser sind das älteste Häusersystem, bei dem jedes Haus genau ein ganzes Zeichen umfasst. Das Zeichen, in dem der Aszendent liegt, ist vom ersten bis zum letzten Grad das erste Haus, das nächste Zeichen das zweite Haus, und so weiter. Häusergrenzen und Zeichengrenzen sind also dieselben Linien. Das Medium Coeli bleibt ein eigener Punkt und ist nicht unbedingt der Beginn des zehnten Hauses. Auch dieses System braucht die Geburtszeit, weil es vom Aszendenten ausgeht.
Ein Geburtshoroskop (Radix) ist eine berechnete Karte des Himmels für den genauen Zeitpunkt und Ort deiner Geburt. Es zeigt Sonne, Mond und Planeten in den zwölf Zeichen und den zwölf Häusern, dazu die Winkel zwischen ihnen. Astrologen lesen es als Bild von Charakter und Neigungen, als Werkzeug zur Selbstreflexion und nicht als Vorhersage. Ohne Geburtszeit funktioniert es weiterhin, nur Aszendent und Häuser fehlen dann.
Die Geburtszeit ist die Uhrzeit, zu der du geboren bist, so genau wie möglich. Ein Horoskop braucht sie für den Aszendenten, die Häuser und das Medium Coeli, denn der Aszendent wandert etwa ein Grad in vier Minuten. Ohne Geburtszeit lassen sich die Zeichen von Sonne und Planeten meist trotzdem berechnen, Aszendent und Häuser fallen dann weg. Die verlässlichste Quelle ist das Geburtenregister oder eine vollständige Abschrift deines Geburtseintrags.
Gesellschaftliche Planeten sind Jupiter und Saturn, die beiden Planeten zwischen den schnellen persönlichen und den langsamen äußeren Planeten. Jupiter bleibt etwa ein Jahr in einem Zeichen, Saturn rund zweieinhalb Jahre. Ihre Zeichen teilst du deshalb mit Menschen, die ungefähr so alt sind wie du. Astrologen lesen sie als deine Verbindung zur größeren Welt: Jupiter als Wachstum, Vertrauen und den Bereich, in dem du weiter ausgreifst, Saturn als Struktur, Pflicht und das, was du langsam aufbaust.
Eine Glyphe ist ein kleines gezeichnetes Symbol, das im Horoskop für ein Zeichen, einen Planeten oder einen Aspekt steht. Jedes der zwölf Zeichen und jeder Planet hat ein eigenes Symbol, deshalb passt ein ganzes Horoskop ohne ausgeschriebene Wörter in einen Kreis. Am besten lernst du zuerst die Symbole von Sonne, Mond und Planeten: Dann siehst du auf einen Blick, welcher Planet in welchem Zeichen steht.
Ein Grad ist einer der 360 gleich großen Schritte des Tierkreises, und jedes der zwölf Zeichen umfasst 30 davon. Eine Position im Horoskop wird als Grad innerhalb eines Zeichens angegeben, zum Beispiel 10° Löwe. Die Sonne wandert etwa ein Grad pro Tag. Mit Graden beschreiben Astrologen genau, wo ein Planet steht, und sie messen damit die Aspekte, also die Winkel zwischen zwei Planeten.
Ein Haus ist einer von zwölf Abschnitten des Geburtshoroskops, die für Lebensbereiche stehen, etwa Zuhause, Partnerschaft oder Beruf. Die Häuser beginnen am Aszendenten und hängen von Geburtszeit und Geburtsort ab, ohne Geburtszeit lassen sie sich nicht bestimmen. Der Planet sagt, was, das Zeichen sagt, wie, und das Haus sagt, wo im Leben. Leere Häuser sind normal: Ein Horoskop hat zehn Planeten und zwölf Häuser.
Eine Häuserspitze ist die Grenze, an der ein Haus im Geburtshoroskop beginnt. Das Zeichen an der Spitze färbt das ganze Haus: Der Steinbock an der Spitze des siebten Hauses wird als jemand gelesen, der Partnerschaft ernst nimmt. In den meisten Häusersystemen ist die Spitze des ersten Hauses der Aszendent. Häuserspitzen brauchen die Geburtszeit, denn der Aszendent wandert etwa ein Grad in vier Minuten und die Spitzen wandern mit. Wo sie liegen, hängt außerdem vom Häusersystem ab.
Ein Häusersystem ist die Methode, mit der ein Geburtshoroskop in seine zwölf Häuser geteilt wird. Am häufigsten begegnen dir Placidus, Ganzzeichen-Häuser, äquale Häuser und Koch. Alle gehen vom selben Aszendenten aus und lassen jeden Planeten in seinem Zeichen, ändern kann sich nur das Haus, in dem ein Planet steht. Weil die Häuser am Aszendenten beginnen, braucht jedes Häusersystem Geburtszeit und Geburtsort.
Der Herrscherplanet ist der Planet, den die Astrologie einem Tierkreiszeichen zuordnet, zum Beispiel Mars dem Widder, Venus dem Stier und der Waage oder die Sonne dem Löwen. Drei Zeichen haben einen klassischen und einen modernen Herrscher: Skorpion (Mars, Pluto), Wassermann (Saturn, Uranus) und Fische (Jupiter, Neptun). Meist ist der Herrscher des Sternzeichens gemeint. Wo er in deinem Horoskop steht, lesen Astrologen als Hinweis darauf, wie sich dieses Zeichen bei dir zeigt.
Ein Horoskop ist eine Karte des Himmels für einen bestimmten Moment und Ort, meist für eine Geburt: Dann heißt es Geburtshoroskop. Im Alltag meint das Wort oft auch den kurzen Text in einer Zeitschrift, der für alle mit demselben Sternzeichen geschrieben ist. Die Kolumne nutzt eine einzige Angabe über dich, die Karte dagegen Sonne, Mond, alle Planeten und mit Geburtszeit auch die Häuser. Gelesen wird ein Horoskop als Werkzeug zur Selbstreflexion, nicht als Vorhersage.
Der Horoskopherrscher ist der Planet, der deinen Aszendenten beherrscht, zum Beispiel die Venus beim Aszendenten Waage oder Mars beim Aszendenten Widder. Astrologen lesen ihn als Wegweiser des ganzen Horoskops: Sein Zeichen zeigt deine Art, sein Haus den Lebensbereich, in den viel von deiner Energie fließt. Du brauchst deine Geburtszeit, um ihn zu kennen, weil der Aszendent etwa alle zwei Stunden das Zeichen wechselt. Skorpion, Wassermann und Fische haben einen klassischen und einen modernen Herrscher.
Das IC (Imum Coeli), auch Himmelstiefe genannt, ist der tiefste Punkt des Horoskops. Es liegt dem Medium Coeli genau gegenüber und ist in den meisten Häusersystemen der Beginn des vierten Hauses. Bestimmen lässt es sich nur mit Geburtszeit und Geburtsort. Astrologen lesen das IC als Zuhause und Wurzeln: woher du kommst, wo du dich daheim fühlst und was zu deinem privaten Leben gehört, als Gegenstück zur öffentlichen Rolle oben im Horoskop.
Ein Ingress ist der Eintritt eines Planeten in ein neues Tierkreiszeichen, auf Deutsch Zeichenwechsel. Die Sonne wechselt etwa alle 30 Tage das Zeichen, zu einer bestimmten Minute, und das Datum kann sich von Jahr zu Jahr um einen Tag verschieben. Langsame Planeten können eine Zeichengrenze überschreiten, rückläufig zurückwandern und erneut eintreten, so wie Uranus vor seinem endgültigen Wechsel in die Zwillinge am 26. April 2026. Astrologen lesen einen Ingress als Wechsel der Tonlage, nicht als Ereignis.
Jupiter ist der größte Planet des Sonnensystems und in der Astrologie der Planet für Wachstum, Zuversicht und Sinn. Er beherrscht den Schützen und im klassischen System auch die Fische. Jupiter braucht etwa 12 Jahre für eine Runde durch den Tierkreis und bleibt etwa ein Jahr in jedem Zeichen, deshalb teilen Menschen desselben Jahrgangs oft ihr Jupiterzeichen. Sein Zeichen wird als deine Art zu wachsen gelesen, sein Haus als der Lebensbereich, in dem du dich eher ausdehnst.
Die Jupiter-Wiederkehr ist die Zeit, in der Jupiter an die Stelle zurückkehrt, an der er bei deiner Geburt stand. Jupiter braucht 11,86 Jahre für eine Runde, deshalb geschieht das etwa alle 12 Jahre, ungefähr mit 12, 24, 36, 48, 60 und 72. Astrologen lesen sie als Beginn eines neuen Wachstumszyklus: eine Zeit zum Lernen, für einen weiteren Blick und für die Frage, wohin du als Nächstes wachsen willst. Sie beschreibt ein Thema, kein Ereignis.
Kardinale Zeichen sind die vier Tierkreiszeichen Widder, Krebs, Waage und Steinbock, je eines aus jedem Element. Kardinal ist eine der drei Qualitäten, neben fix und veränderlich, und mit jedem kardinalen Zeichen beginnt eine Jahreszeit. Astrologen lesen diese Zeichen als Impulsgeber: Sie sehen, was als Nächstes geschehen sollte, und machen den ersten Schritt. Ihre Stärke ist es, Dinge in Gang zu bringen. Die lange Mitte eines Vorhabens gilt als der Teil, der ihnen schwerer fällt.
Eine Konjunktion ist der Aspekt, bei dem zwei Planeten an derselben Stelle des Tierkreises stehen, also im Winkel von 0°. Astrologen zählen sie, wenn die beiden nur wenige Grad voneinander entfernt sind. Gelesen wird sie als Verschmelzung: Die beiden Planeten wirken wie ein gemeinsames Thema, und viele Astrologen sehen sie als stärksten Aspekt an. Planeten im selben Zeichen stehen nicht zwangsläufig in Konjunktion, denn ein Zeichen umfasst 30 Grad.
Die Lichter sind Sonne und Mond, die beiden Himmelslichter eines Geburtshoroskops. Die Astrologie zählt beide der Einfachheit halber zu den Planeten, obwohl die Sonne ein Stern ist und der Mond ein Trabant der Erde. Die Sonne wird als dein Wesenskern gelesen und als das, was dich antreibt, der Mond als dein Gefühlsleben und das, was du brauchst, um dich sicher zu fühlen. Anders als die übrigen Planeten sind die beiden nie rückläufig.
Lilith, der Schwarze Mond, ist kein Himmelskörper, sondern ein berechneter Punkt: das Apogäum des Mondes, also die Stelle, an der die Mondbahn am weitesten von der Erde entfernt ist. Sie wandert in etwa 8,85 Jahren durch den Tierkreis, etwa neun Monate pro Zeichen. Astrologen lesen sie als den Teil von dir, der sich nicht anpasst, um gemocht zu werden: wo du auf deiner Unabhängigkeit bestehst, eine Grenze ziehst und Nein sagst.
Luftzeichen sind die drei Tierkreiszeichen, die zum Element Luft gehören: Zwillinge, Waage und Wassermann. Astrologen verbinden sie mit Denken, Reden und dem Verknüpfen von Menschen und Ideen. Planeten in Luftzeichen werden als neugierig und gesellig gelesen, mit einem Bedürfnis nach Austausch und etwas Raum zum Nachdenken. Wie stark die Luft in deinem Horoskop ist, hängt von allen Planeten ab, nicht nur von deiner Sonne. Sie beschreibt eine Tendenz, keine feste Eigenschaft.
Mars ist in der Astrologie der Planet des Antriebs: Er steht für Energie, Wollen, Mut und die Art, wie du verfolgst, was du willst, und mit Konflikten umgehst. Er beherrscht den Widder und im klassischen System auch den Skorpion. Mars braucht rund zwei Jahre durch den Tierkreis, etwa sechs bis sieben Wochen pro Zeichen, länger, wenn er rückläufig ist. Dein Marszeichen wird als dein Stil gelesen, zu handeln und dich durchzusetzen, als Tendenz und nicht als feste Eigenschaft.
Das Medium Coeli, kurz MC oder Himmelsmitte, ist der Punkt des Tierkreises, der im Moment deiner Geburt am höchsten am Himmel stand. Dafür braucht es Geburtszeit und Geburtsort. In vielen Häusersystemen beginnt hier das zehnte Haus. Astrologen lesen das MC als deine öffentliche Seite: Beruf, Ruf und die Richtung, in die du dich entwickelst. Es beschreibt einen Stil und eine Neigung, keine Berufsbezeichnung.
Merkur ist der sonnennächste Planet und in der Astrologie der Planet des Denkens und der Kommunikation. Sein Zeichen im Geburtshoroskop wird als die Art gelesen, wie du denkst, lernst, sprichst und Informationen ordnest. Merkur herrscht über Zwillinge und Jungfrau. Von der Erde aus entfernt er sich nie mehr als etwa 28 Grad von der Sonne, dein Merkurzeichen ist also dein Sternzeichen oder ein Nachbarzeichen. Etwa dreimal im Jahr ist er für rund drei Wochen rückläufig.
Eine Modalität, auch Qualität genannt, ist eine von drei Arten, wie ein Tierkreiszeichen handelt: kardinal, fix oder veränderlich. Zu jeder Modalität gehören vier Zeichen, eines aus jedem Element. Kardinale Zeichen (Widder, Krebs, Waage, Steinbock) gelten als die, die anfangen, fixe Zeichen (Stier, Löwe, Skorpion, Wassermann) als die, die durchhalten, veränderliche Zeichen (Zwillinge, Jungfrau, Schütze, Fische) als die, die anpassen. Zusammen mit dem Element macht die Modalität jedes der zwölf Zeichen unverwechselbar.
Der Mond ist in der Astrologie der Himmelskörper, der für Gefühle, Bedürfnisse und Geborgenheit steht. Er beherrscht den Krebs und wird wie die Sonne zu den Planeten gezählt. Der Mond durchläuft alle zwölf Zeichen in etwa 27,3 Tagen und wechselt etwa alle zweieinhalb Tage das Zeichen, an einem Wechseltag entscheidet deshalb die Geburtszeit über dein Mondzeichen. Sein Zeichen wird als deine Art zu fühlen gelesen, sein Haus als der Lebensbereich, in dem du Halt suchst.
Eine Mondphase ist der Anteil der beleuchteten Mondhälfte, den du von der Erde aus siehst, und er hängt vom Winkel zwischen Mond und Sonne ab. Die Astrologie zählt acht Phasen zu je 45 Grad, vom Neumond über den Vollmond bis zur abnehmenden Sichel. Ein Zyklus dauert etwa 29,5 Tage. Die Phase, unter der du geboren bist, wird als die Art gelesen, wie deine Ziele (Sonne) und deine Bedürfnisse (Mond) zusammenarbeiten.
Das Mondzeichen ist das Tierkreiszeichen, in dem der Mond im Moment deiner Geburt stand. Der Mond wechselt etwa alle zweieinhalb Tage das Zeichen. An einem Wechseltag brauchst du deshalb die Geburtszeit, um sicher zu sein. Astrologen lesen das Mondzeichen als deine Gefühlsseite: was du brauchst, um dich sicher zu fühlen, wie du spontan reagierst und was dir guttut. Oft erklärt es, warum zwei Menschen mit demselben Sternzeichen so verschieden empfinden.
Neptun ist ein langsamer äußerer Planet, der etwa 165 Jahre für eine Runde durch den Tierkreis braucht und rund 14 Jahre in jedem Zeichen bleibt. Astrologen verbinden ihn mit Fantasie, Idealen, Sehnsucht und Mitgefühl und mit den Stellen, an denen etwas gern unscharf bleibt. Neptun gilt als moderner Herrscher der Fische. Weil er so langsam ist, teilst du sein Zeichen mit einer ganzen Generation. Persönlich ist das Haus, in dem er steht, und dafür braucht es die Geburtszeit.
Der Neumond ist der Moment, in dem der Mond an derselben Stelle des Tierkreises steht wie die Sonne. Seine beleuchtete Seite zeigt dann von der Erde weg, du kannst ihn nicht sehen. Er fällt immer in das Zeichen, in dem gerade die Sonne steht, und von einem Neumond zum nächsten vergehen etwa 29,5 Tage. Astrologen lesen ihn als Zeit, etwas zu beginnen: sich etwas vorzunehmen und klein anzufangen.
Eine Opposition ist der Aspekt, bei dem zwei Punkte im Horoskop 180 Grad auseinanderliegen, also sechs Zeichen voneinander entfernt. Sie wird als Polarität gelesen: zwei Seiten, die in verschiedene Richtungen ziehen und ein Gleichgewicht suchen, oft aufgeteilt zwischen dir und anderen Menschen, bis du beide als deine erkennst. Astrologen zählen sie zu den Spannungsaspekten, und Spannung heißt nicht schlecht: Sie gilt als Reibung, an der Können wächst. Ein Vollmond ist eine Opposition von Sonne und Mond.
Der Orbis ist die Abweichung in Grad, die ein Aspekt vom exakten Winkel haben darf und trotzdem noch gilt. Stehen zwei Planeten zum Beispiel 93 Grad auseinander, bilden sie ein Quadrat mit drei Grad Orbis. Bei den Hauptaspekten lassen viele Astrologen bis etwa 6 bis 8 Grad zu, beim Sextil weniger, und über die genauen Grenzen sind sie sich nicht einig. Je kleiner der Orbis, desto deutlicher wird die Verbindung gelesen.
Persönliche Planeten sind die schnellen Himmelskörper eines Horoskops: Merkur, Venus und Mars, meist zusammen mit Sonne und Mond gezählt. Sie wechseln rasch das Zeichen und stehen deshalb von Mensch zu Mensch verschieden, auch bei Gleichaltrigen. Astrologen lesen sie als deinen Charakter im Alltag: Denken, Lieben, Handeln, Fühlen und deinen Kern. Merkur und Venus entfernen sich von der Erde aus gesehen nie weit von der Sonne. Die langsamen Planeten teilst du dagegen mit vielen Menschen deines Alters.
Placidus ist das häufigste Häusersystem der modernen westlichen Astrologie. Es teilt das Horoskop nach der Zeit: danach, wie lange ein Grad des Tierkreises braucht, um vom Horizont bis zu seinem höchsten Punkt zu steigen. So entstehen ungleich große Häuser, und das Medium Coeli ist der Beginn des zehnten Hauses. Nahe den Polarkreisen und jenseits davon funktioniert die Rechnung nicht mehr. Wie jedes Häusersystem braucht Placidus eine genaue Geburtszeit und den Geburtsort.
Pluto ist der langsamste Planet der Astrologie: Er braucht etwa 248 Jahre für den Tierkreis und bleibt zwischen etwa 12 und mehr als 30 Jahren in einem Zeichen. Alle, die in dieser Zeit geboren sind, teilen das Zeichen, deshalb gilt er als Generationsplanet. Pluto ist der moderne Herrscher des Skorpions. Astrologen lesen ihn als langsame, gründliche Veränderung: woran du festhältst, was du loslässt und wo du dich erneuerst.
Polarität ist die Einteilung der zwölf Tierkreiszeichen in zwei Gruppen von je sechs Zeichen, die sich im Kreis abwechseln. Feuer- und Luftzeichen (Widder, Zwillinge, Löwe, Waage, Schütze, Wassermann) gelten als nach außen gerichtet, Erd- und Wasserzeichen (Stier, Krebs, Jungfrau, Skorpion, Steinbock, Fische) als nach innen gerichtet. Ältere Bücher nennen die Gruppen positiv und negativ, eine Wertung ist das nicht. Das Wort bezeichnet auch ein Paar gegenüberliegender Zeichen wie Widder und Waage.
Die Präzession ist ein langsames Taumeln der Erdachse, das für einen vollen Umlauf etwa 26.000 Jahre braucht. Dadurch verschiebt sich die Tagundnachtgleiche im März gegenüber den Sternen um etwa ein Grad in 72 Jahren. Deshalb liegen der tropische Tierkreis, der dort beginnt, und der siderische, der an die Sterne gebunden ist, derzeit etwa 24 Grad auseinander. Bei den meisten steht die Sonne siderisch ein Zeichen früher. Falsch ist keiner von beiden: Sie messen von verschiedenen Startpunkten aus.
Ein Quadrat ist ein Aspekt von 90 Grad zwischen zwei Punkten im Horoskop, meist drei Zeichen voneinander entfernt. Zeichen im Quadrat haben dieselbe Modalität, zum Beispiel Widder und Krebs, aber verschiedene Elemente. Astrologen lesen es als Reibung: zwei Bedürfnisse, die quer zueinander stehen und zum Handeln drängen. Ein Makel ist das nicht. Das Quadrat gilt als die Stelle, an der aus Mühe mit der Zeit Können wird.
Radix ist ein anderes Wort für das Geburtshoroskop und heißt auf Latein Wurzel. Astrologen benutzen es, um das feste Bild deiner Geburt vom laufenden Himmel zu unterscheiden: Eine Radixstellung ist der Platz, den ein Planet im Moment deiner Geburt hatte. Bei einem Transit zum Beispiel zieht ein Planet von heute über eine solche Stelle. Deine Radix ändert sich nie; für den Aszendenten und die Häuser darin braucht es die Geburtszeit.
Rückläufigkeit ist die scheinbare Rückwärtsbewegung eines Planeten durch den Tierkreis, von der Erde aus gesehen. Kein Planet kehrt wirklich um: Es ist eine Frage der Perspektive, weil sich auch die Erde bewegt. Sonne und Mond sind nie rückläufig. Astrologen lesen eine rückläufige Phase als Zeit zum Überprüfen, Überarbeiten und Langsamerwerden. Ein Planet, der bei deiner Geburt rückläufig war, gilt als nach innen gewandt: Sein Thema wirkt leiser und in deinem eigenen Tempo. Das ist häufig und kein Makel.
Saturn ist der Planet, den Astrologen mit Struktur, Verantwortung, Grenzen und Geduld verbinden. Er braucht etwa 29,5 Jahre für eine Runde durch den Tierkreis und bleibt rund zweieinhalb Jahre in einem Zeichen. Saturn herrscht über den Steinbock und traditionell über den Wassermann. Seine Stellung im Horoskop wird als der Bereich gelesen, den du ernst nimmst und langsam meisterst. Kehrt er mit etwa 29 an seine Geburtsposition zurück, heißt das Saturn-Wiederkehr.
Die Saturn-Wiederkehr (Saturn Return) ist die Zeit, in der Saturn an die genaue Stelle zurückkehrt, an der er bei deiner Geburt stand. Saturn braucht etwa 29,5 Jahre für einen Umlauf um die Sonne, die erste Wiederkehr fällt deshalb auf etwa 29 Jahre, die zweite auf etwa 58 bis 60. Wegen der Rückläufigkeit zieht Saturn oft dreimal innerhalb von etwa neun Monaten über die Geburtsposition. Astrologen lesen das als Zeit für Bilanz und Verantwortung.
Der Schlangenträger (Ophiuchus) ist ein Sternbild, vor dem die Sonne ungefähr von Ende November bis Mitte Dezember vorbeizieht. Er wird manchmal als 13. Sternzeichen bezeichnet, ist in der Astrologie aber kein Zeichen. Die zwölf Zeichen sind gleich große Abschnitte von 30 Grad, die nach Sternbildern benannt sind, nicht die Sternbilder selbst, die sehr unterschiedlich groß sind. Auf der Bahn der Sonne liegen 13 Sternbilder, es bleibt aber bei zwölf Zeichen. Dein Sternzeichen ändert sich nicht.
Ein Sextil ist der Aspekt, bei dem zwei Punkte im Horoskop 60 Grad auseinanderliegen, also zwei Zeichen voneinander entfernt. Es wird als Gelegenheit gelesen: Die beiden Planeten arbeiten gut zusammen, vor allem dann, wenn du es aktiv nutzt. Zusammen mit dem Trigon zählt es zu den leichten oder harmonischen Aspekten. Beim Sextil lassen Astrologen meist einen kleineren Orbis zu, also weniger Abweichung vom exakten Winkel, als bei den anderen Hauptaspekten.
Der siderische Tierkreis ist ein Tierkreis, der an den Sternen festgemacht ist und nicht an den Jahreszeiten. Mit ihm arbeitet die vedische Astrologie. Er hat dieselben zwölf Zeichen zu je 30 Grad wie der tropische Tierkreis der westlichen Astrologie, ist aber derzeit um etwa 24 Grad verschoben. Deshalb steht die Sonne der meisten Menschen dort ein Zeichen früher. Der Abstand entsteht durch die Präzession, ein langsames Taumeln der Erdachse. Falsch ist keiner von beiden.
Ein Solarhoroskop ist das Horoskop für den Moment, in dem die Sonne jedes Jahr an die exakte Position zurückkehrt, die sie bei deiner Geburt hatte. Dieser Moment, die Sonnenwiederkehr, fällt auf deinen Geburtstag oder auf den Tag davor oder danach. Astrologen lesen das Solarhoroskop für das Jahr von einem Geburtstag zum nächsten: als Themen und Schwerpunkte, nicht als Vorhersage von Ereignissen. Sein Aszendent und seine Häuser lassen sich nur mit deiner Geburtszeit lesen.
Die Sonne ist in der Astrologie der Himmelskörper, der für deinen Kern steht: Identität, Wille und Lebenskraft. Sie beherrscht den Löwen und wird zu den Planeten gezählt. Die Sonne wandert etwa ein Grad pro Tag und bleibt etwa 30 Tage in einem Zeichen. Das Zeichen, in dem sie bei deiner Geburt stand, ist dein Sternzeichen, also das, was die meisten „mein Zeichen“ nennen. Es ist ein Teil des Horoskops, neben Mond, Aszendent und den Planeten.
Eine Sonnenwende ist einer der zwei Momente im Jahr, in denen die Sonne ihren nördlichsten oder südlichsten Punkt am Himmel erreicht. Zur Sonnenwende im Juni, um den 21. Juni, tritt die Sonne in den Krebs, zur Sonnenwende im Dezember, um den 21. oder 22. Dezember, in den Steinbock. Beide sind kardinale Zeichen, die eine Jahreszeit eröffnen. Auf der Nordhalbkugel ist es im Juni der längste Tag, im Dezember der kürzeste. Astrologen lesen beide als Wendepunkte des Jahres.
Ein Stellium ist eine Gruppe von drei oder mehr Planeten im selben Tierkreiszeichen oder im selben Haus eines Geburtshoroskops. Astrologen lesen es als Schwerpunkt: Die Themen dieses Zeichens oder Hauses nehmen einen großen Teil deiner Aufmerksamkeit ein. Viele Astrologen verlangen vier Planeten, wenn Sonne, Merkur und Venus beteiligt sind, weil diese drei immer nah beieinander stehen. Für ein Stellium in einem Haus brauchst du die Geburtszeit.
Das Sternzeichen (Sonnenzeichen) ist das Tierkreiszeichen, in dem die Sonne im Moment deiner Geburt stand. Wer „mein Sternzeichen“ sagt, meint genau dieses Sonnenzeichen. Es wird als dein Kern gelesen: was dich antreibt und wo du dich zeigen willst. Die Sonne bleibt etwa 30 Tage in jedem Zeichen, und an einem Wechseltag entscheidet die Geburtszeit. Das Sternzeichen ist ein Teil des Geburtshoroskops, neben dem Mondzeichen, dem Aszendenten und den Planeten.
Die Synastrie ist der Vergleich zweier Geburtshoroskope, Planet für Planet. Beide Horoskope bleiben, wie sie sind, und Astrologen betrachten die Aspekte zwischen den Planeten der einen und der anderen Person, zum Beispiel zwischen deiner Venus und dem Mars deines Partners. Diese Verbindungen lesen sie als Tendenzen: wo zwei Menschen sich leicht verstehen und wo sie mehr übersetzen müssen. Eine Punktzahl oder ein Urteil, ob zwei zusammenpassen, liefert die Synastrie nicht.
Die Tagundnachtgleiche ist einer der beiden Momente im Jahr, in denen Tag und Nacht etwa gleich lang sind. Zur Tagundnachtgleiche im März, um den 20. oder 21. März, tritt die Sonne in den Widder: Dieser Punkt, 0° Widder, ist der Anfang des tropischen Tierkreises, mit dem die westliche Astrologie arbeitet. Um den 23. September tritt die Sonne in die Waage. Astrologen lesen beide Momente als Wendepunkte im Jahr, an denen eine neue Jahreszeit beginnt.
Der Tierkreis ist der Kreis von 360 Grad entlang der jährlichen Bahn der Sonne, geteilt in zwölf gleich große Zeichen zu je 30 Grad, vom Widder bis zu den Fischen. Jeder Planet im Geburtshoroskop steht auf diesem Kreis. Die Zeichen sind nach Sternbildern benannt, sind aber nicht die Sternbilder selbst, denn diese sind sehr unterschiedlich groß. Die westliche Astrologie arbeitet mit dem tropischen Tierkreis, der an der Tagundnachtgleiche im März beginnt. Das Zeichen wird als Stil eines Planeten gelesen.
Ein Transit ist die Begegnung eines Planeten am Himmel eines bestimmten Tages mit einem Punkt in deinem Geburtshoroskop. Das Geburtshoroskop bleibt auf die Minute deiner Geburt festgelegt, die Planeten ziehen weiter, und ein Transit bezeichnet die Zeit, in der ein laufender Planet eine wichtige Stelle deines Horoskops erreicht, etwa deine Sonne oder deinen Mond. Astrologen lesen Transite als Themen für einen Zeitraum, nicht als Vorhersage von Ereignissen.
Ein Trigon ist ein Aspekt von 120 Grad zwischen zwei Punkten im Geburtshoroskop; sie stehen dann vier Zeichen auseinander und meist im selben Element. Astrologen lesen es als leichten Aspekt: Die beiden Planeten unterstützen sich ohne Anstrengung, wie eine Begabung, die dir zufällt. Weil es so reibungslos läuft, wird ein Trigon leicht übersehen und als Einladung gelesen, es bewusst zu nutzen. Einige Grad Abweichung, der Orbis, sind erlaubt.
Der tropische Tierkreis ist der Tierkreis, der an der Tagundnachtgleiche im März beginnt, bei 0° Widder, und die Sonnenbahn in zwölf Zeichen zu je 30 Grad teilt. Er folgt den Jahreszeiten, nicht den Sternen, und ist in der westlichen Astrologie üblich. Der siderische Tierkreis der vedischen Astrologie richtet sich nach den Sternen und ist derzeit um etwa 24 Grad verschoben, deshalb steht die Sonne dort bei den meisten ein Zeichen früher. Falsch ist keiner: Es sind zwei Bezugssysteme.
Uranus ist ein langsamer äußerer Planet, der 84 Jahre für den Tierkreis braucht und etwa sieben Jahre in jedem Zeichen bleibt. Menschen, die innerhalb weniger Jahre geboren sind, teilen deshalb sein Zeichen, und er gilt als Generationsplanet. Uranus ist der moderne Herrscher des Wassermanns. Astrologen lesen ihn als Drang nach Freiheit und Veränderung: wo du Dinge auf deine eigene Art machst, Gewohnheiten infrage stellst und Neues suchst.
Venus ist der Planet, den Astrologen mit Liebe, Anziehung, Geschmack und dem verbinden, was dir etwas wert ist. Ihr Zeichen im Geburtshoroskop wird als die Art gelesen, wie du Zuneigung zeigst, was dich anzieht und was du schön findest. Venus herrscht über Stier und Waage. Von der Erde aus gesehen entfernt sie sich nie weiter als etwa 47 Grad von der Sonne, deshalb ist dein Venuszeichen immer dein Sternzeichen oder eines der zwei Zeichen davor oder danach.
Veränderliche Zeichen sind die vier Tierkreiszeichen Zwillinge, Jungfrau, Schütze und Fische, je eines aus jedem Element. Veränderlich ist eine der drei Qualitäten, neben kardinal und fix, und mit jedem veränderlichen Zeichen endet eine Jahreszeit. Astrologen lesen diese Zeichen als anpassungsfähig: Sie stellen sich um, halten sich mehrere Wege offen und lassen Wandel zu. Ihre Stärke ist Beweglichkeit. Sich auf einen Kurs festzulegen und dabei zu bleiben, gilt als der Teil, der ihnen mehr Mühe macht.
Ein Vollmond ist die Mondphase, in der der Mond der Sonne genau gegenübersteht und seine ganze Scheibe beleuchtet ist. Er kommt einmal im Mondzyklus von etwa 29,5 Tagen vor, und der Mond steht dann im Zeichen gegenüber der Sonne. Astrologen lesen ihn als Zeit, in der Dinge sichtbar werden und sich überprüfen lassen: ein guter Moment, um anzuschauen, was seit dem Neumond gewachsen ist. Eine Mondfinsternis ist nur bei Vollmond möglich.
Wasserzeichen sind die drei Tierkreiszeichen, die zum Element Wasser gehören: Krebs, Skorpion und Fische. Astrologen verbinden sie mit Fühlen, Einfühlung und Erinnerung. Planeten in Wasserzeichen werden als empfänglich für Stimmungen und beschützend gelesen, eher geleitet von dem, was sich richtig anfühlt, als von Argumenten. Wie stark das Wasser in deinem Horoskop ist, hängt von allen Planeten ab, nicht nur von deiner Sonne. Es beschreibt eine Tendenz, keine feste Eigenschaft.
Astrologie ist ein Werkzeug zur Selbstreflexion, keine Wissenschaft, und ersetzt keine medizinische, psychologische, rechtliche oder finanzielle Beratung.